Raritäten-Flohmarkt

Immer wieder bekommen wir verschiedene Objekte für unsere Kulturvermittlungsprogramme und daher brauchen wir Platz!
Also veranstalten wir an den ersten drei Samstagen im Oktober 2018 einen Raritäten-Flohmarkt im Hof des KUM-Vereins.
Nicht verpassen:
RARITÄTEN-FLOHMARKT im Hof des KUM-Vereins
Neusiedlerstraße 6, 2340 Mödling

Samstag 06.10.2018 08:00-17:00h
Samstag 13.10.2018 08:00-17:00h
Samstag 20.10.2018 08:00-17:00h

Bücher, Geschirr, Gläser, Haushaltswaren, Figuren, Lampen, Möbel, Uhren, Gemälde, Porzellan u.v.m.

NEUES AUS DER NACHBARSCHAFT: Gießhübl

Schon einmal vom Jungarbeiterdorf (JAD) Hochleithen gehört? Nein? Tja, wir bis jetzt auch nicht… Es ist Zeit, diese Bildungslücke zu schließen:

Von 1952 bis 1997 gab es in Gießhübl/Hochleithen eine Siedlung der besonderen Art: das Jungarbeiterdorf (JAD) Hochleithen. Hierbei handelte es sich um ein demokratisch organisiertes Dorf, das von der Jungarbeiterbewegung errichtet worden war und ein Zuhause für junge ArbeiterInnen, Studentinnen und SchülerInnen werden sollte.
Auch die erste ökumenische Kirche Österreichs wurde hier errichtet. Jedes Jahr feiern ehemalige Bewohner des JAD, die sich zum „Verein der Freunde des Jungarbeiterdorfes Hochleithen“ zusammengeschlossen haben, hier gemeinsam ihr Erntedankfest. Viele leben heute in alle Winde verstreut und nehmen oft einen langen Weg auf sich, um an der Feier teilzunehmen.

Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich und er war schön, die Wiedersehensfreude der Feiernden miterleben zu dürfen. Man konnte sofort erkennen: diese Menschen hat viel mehr verbunden, als bloße Nachbarschaft…….

Grund genug, uns die Geschichte des Jungarbeiterdorfes und seiner Bewohner näher anzusehen …
So starten wir KUM gemeinsam mit KID (Kultur im Dorf) ein neues Projekt: wir machen eine Online-Reportage und ein Buch zur Geschichte des JAD. Mal sehen, was wir über eine Generation erfahren können, deren Voraussetzungen, sich in den 1950er Jahren etwas Neues aufzubauen, sich eklatant von denen unserer Generation unterschieden haben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Menschen, die so viel für uns aufgebaut haben und von denen wir bestimmt Einiges lernen können!

 

Inhaltsverzeichnis: Ausstellungsthemen

Folgende Aussetllungsthemen werden in der Ausstellung „Die Goldenen Zwanziger. Zwischen Notgeld und Charleston“ behandelt, die von 11.–31.Mai 2017 in der Stadtgalerie Mödling zu besichtigen ist.
Weitere Blogbeiträge gibt es zur Themenwahl und zu The Making-Of.

1. Einleitung
2. Österreich
3. Staatssymbole
4. Arbeitslosigkeit und Armut
5. Inflation und Wirtschaftskrise
6. Gesellschaft
7. Auf dem Weg zum Wohlfahrtsstaat
8. Massenphänomene
9. Arbeitswelten
10. Zu Hause
11. Die Welt des Kindes
12. Gesundheit und Hygiene
13. Mode
14. Die neue Frau
15. Frauenbilder
16. Sport und Körperkult
17. Die Großstadt
18. Jugendkultur und Nachtleben
19. USA: Prohibition – Gangster – Jazz
20. Radio
21. Kinofilm
22. Der österreichische Film
23. Journalismus und Gesellschaftskritik
24. Technik
25. Wissenschaft
26. Einkaufswelten
27. KünstlerInnenportraits
28. Flugpionierinnen

PREMIEREN: Theater, Film, Oper, Operette, Ballett

1920

    • Uraufführung des Films Kohlhiesels Töchter von Ernst Lubitsch in Berlin
    • Uraufführung des Balletts Pulcinella von Igor Strawinsky in Paris
    • Uraufführung des Films Anna Boleyn von Ernst Lubitsch in Berlin
    • Mit der Aufführung des religiösen Mysterienspiels Jedermann von Hugo von Hofmannsthal in einer Inszenierung von Max Reinhardt werden die Salzburger Festspiele zum ersten Mal durchgeführt
    • Uraufführung der Oper Der Fremde von Hugo Kaun an der Staatsoper in Dresden

  • 1921

    • Filmpremiere von Charlie Chaplins The Kid in New York
    • Buster Keaton: Paleface (Film)
    • Sergej Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen (Oper)
    • Uraufführung des Stücks Orpheus und Eurydike von Oskar Kokoschka in Frankfurt
    • Uraufführung des Einakters Das Nusch-Nuschi von Paul Hindemith in Stuttgart
    • Uraufführung des Films Der müde Tod von Fritz Lang
    • Uraufführung des Films Das indische Grabmahl mit Conradt Veidt in Berlin
    • Der Film Hamlet wird in Berlin uraufgeführt
    • Uraufführung Der entfesselte Zeitgenosse von Carl Sternheim in Darmstadt
    • Uraufführung der Operette Die Tanzgräfin von Robert Stolz am in Berlin
    • Uraufführung der Operette Der Vetter aus Dingsda von Eduard Künneke am in Berlin
    • Uraufführung der Oper Der Spieler von Sergei Sergejewitsch Prokofjew in Brüssel
    • Uraufführung der Oper Lodoletta von Pietro Mascagni in Rom
    • Uraufführung der Oper Mörder, Hoffnung der Frauen von Paul Hindemith an der Staatsoper in Stuttgart

  • 1922

    • Uraufführung der romantischen Oper Der Turm des Wojwoden von Ernst von Dohnányi in Budapest
    • Uraufführung der Oper Sancta Susanna von Paul Hindemith in Frankfurt
    • Uraufführung der Operette Verliebte Leute von Eduard Künneke in Berlin
    • Uraufführung des Films Nosferatu, eine Symphonie des Grauens von F. W. Murnau in Berlin
    • Uraufführung der Oper Venus von Othmar Schoeck in Zürich
    • Uraufführung der Operette Frasquita von Franz Lehár am Theater an der Wien
    • In Dresden hat das Theaterstück Das Opfer von Gerhart Hauptmann Premiere
    • Uraufführung des Films Dr. Mabuse, der Spieler von Fritz Lang in Berlin.
    • Uraufführung der Oper Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók in Frankfurt/Mai
    • Uraufführung des Stücks Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht in München

  • 1923

    • Uraufführung der Operette Mädi von Robert Stolz in Berlin
    • Uraufführung der Operette Lagunenzauber von Nico Dostal im Opernhaus Graz
    • Uraufführung der Oper The Perfect Fool von Gustav Holst in London
    • Uraufführung der Operette Ein Märchen aus Florenz von Ralph Benatzky am Johann Strauß-Theater in Wien
    • Uraufführung der Oper Srdce (Das Herz) von Josef Bohuslav Foerster am Nationaltheater Prag
    • Uraufführung der Oper Die Höhle von Salamanca von Bernhard Paumgartner an der Staatsoper in Dresden
    • Uraufführung der Operette Marietta von Walter Kollo in Berlin
    • In Berlin wird Charles Chaplins The Kid als erster abendfüllender Spielfilm gezeigt
    • Skandale um die Uraufführungen von Bertolt Brechts Stück Baal in Leipzig
    • Uraufführung des Stücks Der Unbestechliche von Hugo von Hofmannsthal
    • Im Berliner Großen Schauspiel von Max Reinhardt findet die letzte Theaterinszenierung statt. Danach soll das 5.000 Plätze bietende Haus für Operetten und Revuen genutzt werden

  • 1924

    • In Berlin wird der Film Menschen und Masken uraufgeführt
    • In den USA hat der Film Der Dieb von Bagdad seine Uraufführung
    • An der Staatsoper München wird die Komödie Don Gil von den grünen Hosen von Walter Braunfels uraufgeführt
    • Der Spielfilm Quo Vadis hat seine Berliner Uraufführung

  • 1925

    • Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) vergibt den Auftrag für sechs Filme zur 20-Jahr-Feier der Revolution von 1905. Unter diesen Filmen ist auch Potemkin von Sergej M. Eisenstein
    • Der italienische Erfolgsautor Luigi Pirandello eröffnet in Rom sein eigenes Teatro d’Arte
    • In Dresden wird Ferruccio Busonis letzte Oper Doktor Faust uraufgeführt
    • Uraufführung der Musikdramas Judith von Arthur Honegger in Méziéver (Schweiz)
    • Uraufführung des Films Goldrausch von Charles Chaplin in den USA
    • Das Drama Veland von Gerhart Hauptmann hat in Hamburg Premiere
    • Premiere der Revue Nègre im Musiktheater an den Champs-Élysées in Paris. Star des Abends ist die farbige Tänzerin Josephine Baker
    • Uraufführung des Zirkusfilms Varieté
    • Uraufführung des Films Go West von Buster Keaton
    • Uraufführung der Oper Wozzeck von Alban Berg in Berlin
    • Uraufführung des Films Panzerkreuzer Potemkin von Eisenstein in Moskau
    • In Chemnitz wurde die Oper Hassan, der Schwärmer von Wilhelm Kienzl uraufgeführt
    • In New York wurde die Oper The Garden of Mystery von Charles Wakefield Cadman uraufgeführt.
    • In Manchester wird die Oper At the Boars’ Head von Gustav Holst uraufgeführt
    • In Dresden wird die Oper Doktor Faustus von Ferruccio Busoni uraufgeführt
    • In Berlin wurde die Operette Die Teresina von Oscar Strauss uraufgeführt
    • Am Johann-Strauß-Theater in Wien wird die Operette Paganini von Franz Lehár uraufgeführt

  • 1926

    • Uraufführung des Films Der Rosenkavalier von Hugo von Hofmannsthal mit der Musik von Richard Strauss
    • Die amerikanische Tänzerin Josephine Baker gastiert im Berliner Nelson-Theater
    • Eröffnung des 1.600 Zuschauer fassenden Gloria-Filmpalasts in Berlin
    • Deutsche Premiere des Films Goldrausch von Charles Chaplin in Berlin
    • Uraufführung des Films Die Biene Maja und ihre Abenteuer in Berlin
    • An der Mailänder Scala findet unter Leitung von Arturo Toscanini die postume Premiere der Oper Turandot von Giacomo Puccini statt
    • Europäische Uraufführung des amerikanischen Films Ben Hur in Berlin
    • Uraufführung des Schauspiels Mann ist Mann von Bertolt Brecht in Darmstadt und Düsseldorf
    • Uraufführung des Films Faust von Friedrich Wilhelm Murnau in Berlin
    • Uraufführung des Schauspiels Lulu von Frank Wedekind
    • Der Berliner Theaterregisseur Max Reinhardt feiert sein 25-jähriges Bühnenjubiläum
    • Uraufführung des Schauspiels Dorothea Angermann von Gerhart Hauptmann in Wien, Düsseldorf, München und Leipzig
    • Uraufführung der Oper Orpheus und Eurydike von Ernst Krenek
    • Uraufführung des Films Der heilige Berg mit Luis Trenker und Leni Riefenstahl in den Hauptrollen
    • Erstaufführung in Prag mit dem Stück von Molières Georges Dandin
    • Uraufführung des Theaterstücks Der Hexer von Edgar Wallace
    • Uraufführung der Operette Lady Hamilton von Eduard Künneke in Breslau
    • Uraufführung des Musicals Oh, Kay! von George Gershwin in New York
    • Uraufführung der Oper A Witch of Salem von Charles Wakefield Cadman
    • Uraufführung der Oper Cardillac von Paul Hindemith in Dresden
    • Uraufführung der Oper Les malheurs d’Orphée von Darius Milhaud
    • Uraufführung des Films Metropolis von Fritz Lang in Berlin
    • Uraufführung der Oper Johnny spielt auf von Ernst Krenek in Leipzig
    • Uraufführung der Komödie Revue zu Vieren von Klaus Mann
    • Deutsche Erstaufführung des Kriminalstücks Der Hexer von Edgar Wallace in Berlin
    • Uraufführung des Songspiels Mahagonny von Bertolt Brecht und Kurt Weill
    • Uraufführung des Dramas Hoppla, wir leben! von Ernst Toller in Hamburg
    • Der Regisseur Erwin Piscator eröffnet seine neue Bühne am Nollendorfplatz in Berlin
    • Uraufführung des Films Berlin: Die Sinfonie der Großstadt von Walter Ruttmann in Berlin

  • 1927

    • Uraufführung des Schauspiels Schinderhannes von Carl Zuckmayer in Berlin
    • Uraufführung der Oper Antigone von Arthur Honegger in Brüssel
    • Uraufführung der Oper Penthesilea von Othmar Schoeck in Dresden
    • Uraufführung der Oper Angélique von Jacques Ibert in Paris
    • Uraufführung der Operette Der Zarewitsch von Franz Lehár in Berlin
    • Uraufführung der Oper Hanneles Himmelfahrt von Paul Graener in Dresden
    • Uraufführung der Operette Märchen im Schnee von Robert Stolz am Johann Strauß-Theater in Wien
    • Uraufführung der Oper Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold in Hamburg
    • Uraufführung des Musicals Funny Face von George Gershwin in New York
    • Uraufführung der Oper La Campana sommersa (Die versunkene Glocke) von Ottorino Respighi an der Hamburgischen Staatsoper
    • Uraufführung der Operette Die blonde Liselott von Eduard Künneke in Altenburg
    • Uraufführung der Oper Antigone von Arthur Honegger am Théâtre de la Monnaie in Brüssel
  • 1928

    • An Erwin Piscators Theater am Nollendorfplatz werden Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk als Drama uraufgeführt
    • Uraufführung der oratorischen Oper Oedipus Rex von Igor Strawinsky in Berlin.
    • Uraufführung des Films Oktober von Sergej M. Eisenstein
    • Uraufführung der Oper Die ägyptische Helena von Richard Strauss in Dresden. Der Text stammt von Hugo von Hofmannsthal
    • Uraufführung der Dreigroschenoper von  Kurt Weill und Bertolt Brecht in Berlin
    • Uraufführung der Oper Judith von Arthur Honegger in Darmstadt
    • Eröffnung des von Erich Mendelsohn erbauten Lichtspielhauses Universum (heute: Schaubühne) in Berlin
    • Uraufführung des surrealistischen Stummfilms Ein andalusischer Hund von Luis Buñuel und Salvador Dalí in Paris
    • Uraufführung des Balletts Bolero von Maurice Ravel in Paris
    • Uraufführung der Operette Der Gatte des Fräuleins von Paul Abraham in Budapest
    • Uraufführung des Dramas Der Schwärmer von Robert Musil in Berlin
    • Uraufführung der Oper Neues vom Tage von Paul Hindemith in Berlin
    • Erwin Piscators Theater am Berliner Nollendorfplatz wird mit Walter Mehrings Der Kaufmann von Berlin wiedereröffnet.
    • Uraufführung des Films Die Frau im Mond von Fritz Lang in Berlin
    • Uraufführung der Operette Land des Lächelns von Franz Lehár in Berlin
    • Uraufführung des proletarischen Films Mutter Krausens Fahrt ins Glück in Berlin.
    • Uraufführung der Operette Rosen aus Florida von Leo Fall in Wien

     

    1929

    • Uraufführung der Operette Die drei Musketiere von Ralph Benatzky in Berlin
    • Uraufführung der Oper Engelbrekt von Natanael Berg in Stockholm

Kunst und Architektur der Metropolen

Die 10er Jahre waren geprägt von innovativen künstlerischen Strömungen der Avantgarde. In den 20er Jahre wiederum begann eine Phase erneuter Vorsicht und aufkeimenden Konservatismus. In den großen Demokratien wie Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten waren konservative politische Kräfte an der Macht.  Auch in der Sowjetunion wurde das Verhältnis zwischen Avantgarde und den neuen Machthabern immer schwieriger. In Italien feierte Mussolinis Faschismus seinen Siegeszug und hatte eine Rückbesinnung auf die klassische Bildsprache und auf vermeintlich klassische Werte zur Folge.

Surrealismus
Sigmund Freuds populär gewordene Psychoanalyse nahm Einzug in die Kunst: 1924 gilt als das Geburtsjahr des Surrealismus. Dem Unbewussten der Seele wird größere Bedeutung beigemessen als dem bewussten Handeln. Vater der surrealistischen Bewegung ist André Breton (1896–1966). In seinem 1924 erschienen Manifest forderte er die Abkehr von traditionell ästhetischen Vorstellungen und moralischen Werten.

Die Weimarer Republik
Viele intellektuellen Konflikte spielten sich in der Weimarer Republik ab, jenem „Rumpfstaat“, der an die Stelle des 1919 vernichtend geschlagenen Kaiserdeutschlands getreten war. Entkräftet durch die Kriegsschuldzahlungen, die die Aliierten Siegermächte den Deutschen auferlegt hatten und geschwächt durch eine zersplitterte Parteienlandschaft, stolperte die Weimarer Republik von einer Krise in die andere, bis zum endgültigen Todesstoß durch die Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann. Trotz der gesellschaftlichen Probleme entstand in dieser Zeit ein ganzheitlicher Ansatz in Bezug auf die bildende Kunst und ihren Stellenwert im 20. Jahrhundert. Diese Entwicklung stützte sich insbesondere auf die Aktivitäten des Deutschen Werkbunds in der Vorkriegszeit, in dessen Dunstkreis zahlreiche der inzwischen als führend anerkannten Künstler ihren Weg begonnen hatten. Der Werkbund stand für eine hohe Qualität und Effektivität in der deutschen Industrieproduktion. Ihre Nachfolgeinstitution war das Bauhaus. Seine Lehrenden galten überwiegend als Parteigänger der politischen Linken.

ARCHITEKTUR
Trotz der Verheerungen im Krieg konnte die bedeutendste Architektur der 20er Jahre in Europa entstehen. Die wegweisenden Architekten konnten nicht immer ihre visionärsten Pläne realisieren, aber sie schufen eine neue architektonische Formensprache.

Niederlande: Gruppe De Stijl
Ihr Begründer Theo Van Doesburg lebte ab 1922 in Weimar und beeinflusste dort das Bauhaus. Sein Grundprinzip war der Einsatz elementarer Formen auf Basis von Kreuzungen horizontaler und vertikaler Linien, diese Methode hieß Neoplastizismus. (Vorkriegsbeispiel: Fagus Werk von Gropius und Meyer)

Architekten: Gerrit Rietveld (das kleine Haus Schröder in Ütrecht) 1924

Gestaltungsprinzipien, die er schon für Möbel entwickelt hatte, wurden hier auf ein groß angelegtes Architekturprojekt übertragen. Dynamik und Offenheit blieb trotz der traditionellen Materialien Ziegel und Holz erhalten, das Obergeschoß wurde durch flexible Trennwände segmentiert.

J.J. P. Oud (Wohnsiedllung in Hoek van Holland) 1924–1927

Propagierte ein populäres und kostengünstiges Bauen, abweichend von De Stijls vorgegebenen Stilprinzipien wurden Terrassen mit abgerundete Ecken intergriert.

Die Moderne Architektur reagierte hier auf die Veränderung sozialer Bedürfnisse und dokumentierte die Pflicht des Architekten, Gebäude zu errichten, die diesem Wandel Rechnung trugen.

Berlin
Ein neues Modell des Zusammenlebens entstand, Berlin sollte komplett erneuert werden. Die Entwürfe waren wirtschaftlich, ehrgeizig und detailversessen, alle Notwendigkeiten wurden ausgelotet, sogar wie viel Kubikmeter Raum ein Schlafzimmer haben sollte, damit die Luft gut war. Damit die Wohnungen leistbar waren, durfte kein Platz „verschenkt“ werden. Zwischen 1924 und 1930 wurden in Berlin 140.000 Wohnungen gebaut. Zuletzt die Waldsiedlung Onkel Toms Hütte. Alle sollten gleichberechtigten Zugang zu Licht, Sonne, Luft und Natur haben. Diese Neuerungen waren aus hygienischer und medizinischer Sicht sehr wichtig. Verglichen mit den Mietskasernen des 19. Jahrhunderts war das ein riesiger Fortschritt.

Berlin war in 2 Lager gespalten: Bruno Taudt, Stadtbaurat Martin Wagner, Bauhausleiter Walter Gropius und Miess van der Rohe, gründen 1926 die Vereinigung der Ring für ein modernes funktionales Bauen mit Flachdacharchitektur. Diese neue Architektur prägte die Berliner Stadtlandschaft nachhaltig. Ihnen gegenüber stand eine Gruppe unter Führung des Architekten Paul Schmithenner, die nach dem Vorbild des Goethe Hauses in Weimar die traditionalistische Architektur vertrat. In diesem Lager befand sich auch Alber Speer („Hitlers Architekt“: Flughafen Tempelhof). Sie lehnte Flachdächer als „fremdartig, undeutsch und falsch“ als „Verkörperung kommunistischer Ideen“ ab. Dieser Kampf „Spitzdach versus Flachdach“ wird als der „Dächer-Krieg“ bezeichnet. Gegenüber den Wannseevillen wurde 1927 ein Strandbad für Familien mit niedrigem Einkommen eröffnet. Die Siedlungen der Berliner Moderne sind heute Unesco Weltkulturerbe.

Die Bauhaus-Architekten
Der große Bedarf nach preiswerten Wohnraum brachte ein Umdenken in der Architektur mit sich:
Walter Gropius wirkte als berühmter Architekt am Bauhaus, es wurde jedoch zunächst eine eher handwerkliche Ausrichtung verfolgt.
Die Wirtschaftskrise in Deutschland bewirkte einen Wandel. Das Handwerk wurde nun nicht mehr als eine Tätigkeit um seiner selbst Willen gesehen, sondern als Vorstufe zum Design im Rahmen der industriellen Massenproduktion. Van Doesburg hatte diesen Richtungswechsel mit herbeigeführt. In einem 1923 erschienenen Aufsatz plädierte er für Verträge zwischen dem Bauhaus und Industrieunternehmen mit dem Ziel „gegenseitiger Stimulanz“. Als das Bauhaus aus politischen Gründen von Weimar nach Dessau übersiedeln musste, wurde dort eines radikal neues Gebäude erschaffen: das Dessauer  Bauhaus.

Ludwig Mies van der Rohe: Wohnblöcke für die Werkbundausstellung in Stuttgart 1927. Insistieren auf Flachdächer; Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung in Barcelona, 1929

Frankreich: Le Corbusier (Charles Edouard Jeanneret, 1887–1965)
Vom Geist des Deutschen Werkbunds beeinflusst, arbeitete Le Corbusier mit Eisenbeton und schuf Gebäude für wohlhabende und fortschrittliche Auftraggeber. In der 3 Millionen Metropole Paris plante Le Corbusier 26 Bürobauten mit kreuzförmigen Grundrissen im Herzen der Stadt. Dies sollte eine Anpassung an den Aufschwung des Dienstleistungssektors und den Automobilverkehr darstellen. Das Denken in neuen Dimensionen sollte angeregt werden, Altes sollte weg. Diese weit auseinanderstehenden und sehr hohen Gebäude wurden allerdings nicht realisert.

Robert Manet Stevens schuf geometrische Skulpturen durch Verschachtelung verschiedener Formen und verband den französichen Geschmack mit den neuen Formen der Moderne.

Architektur in den Vereinigten Staaten
Trotz seiner wirtschaftlichen Hochblüte hinkte Amerika stilistisch den Entwicklungen in Europa hinterher. Ausnahmen bildeten Rudolf Schindler (1887–1953) und Richard Neutra (1892–1970), die Privathäuser konzipierten. Sie hatten ihre Ausbildung in Wien absolviert und waren beeinflusst von Otto Wagner und Adolf Loos. Ähnlich Le Corbusier, aber irregulärer Rhythmus, wirke ihre Architektur eher expressionistisch.

Neutra: Lovell House, 1927–1929, Fertigteilstruktur mit Flügelfenstern aus Stahl, die in ein Stahlskelett eingepasst sind: In nur 40 Stunden errichtet.

Wolkenkratzer in New York, moderne Idealstadt. Mit Art Deco Ornamenten verziert. Chrysler Building 1928-1930, Entwurf: William van Alen. (1883-1934); hochaufragende Aluminiumspitze

CHRONIK: KUNST und ARCHITEKTUR
1920

1922

  • Semana de Arte Moderna in São Paulo, Brasilien
  • Pablo Picasso: Laufende Frauen am Strand
  • Eröffnung des Akron Art Museum in Ohio
  • Marc Chagall und Wassily Kandinsky kommen aus Rußland nach Deutschland

1923

  • Große Berliner Kunstausstellung
  • In Weimar beginnt die erste Ausstellung des Bauhaus mit einem Vortrag des Architekten Walter Gropius. Die Lehrenden, unter ihnen  Wassiliy KandinskyPaul Klee und Lyonel Feininger, stellen eine Auswahl ihrer Arbeiten vor. Das in diesem Zusammenhang errichtete Musterhaus Am Horn veranschaulicht das neue architektonische Denken.
  • Max Beckmann Das Trapez
  • Marcel Duchamp: Die Neuvermählte, soeben von ihren Junggesellen entkleidet

1924

  • Erstes surrealistisches Manifest von André Breton
  • Stuart Davis: Odol
  • Leger führt Regie bei Le Ballet mécanique

1925

  • Das Bauhaus in Weimar löst sich aufgrund eines Beschlusses der konservativen Landesregierung in Thüringen auf und siedelt nach Dessau über. Vorausgegangen sind Anfeindungen der Rechtspresse, die das Bauhaus als „kommunistische Zentrale sowjetischer Aufmachung“ diffamierten.
  • Eröffnung der Ausstellung Neue Sachlichkeit in der Kunsthalle Mannheim
  • Eröffnung der ersten großen Kollektivausstellung der Surrealisten in der Pariser Galerie „Pierre“
  • Mario Sironi: Einsamkeit

1926

  • Erste Novecento- Ausstellung in Rom
  • Große Retrospektive des im Juli 1925 verstorbenen Malers Lovis Corinth in der Berliner Nationalgalerie
  • In Berlin wird die Architektenvereinigung Der Ring gegründet. Ihr gehören auch Walter Gropius und Mies van der Rohe an
  • Das neuerrichtete Bauhaus von Gropius in Dessau wird eingeweiht. Neben dem Neubau der Hochschule ist auch eine Mustersiedlung entstanden
  • Paul Klee: Florentinisches Villenviertel
  • Georg Grosz: Die Stützen der Gesellschaft

1927

  • In Stuttgart wird die Architekturausstellung Die Wohnung vom Deutschen Werkbund eröffnet. Unter Ludwig Mies van der Rohe ist auch die Weißenhofsiedlung mit 60 Wohneinheiten von führenden europäischen Architekten errichtet worden.
  • Eröffnung des Paula Modersohn- Becker Museums in Bremen
  • Der Leiter des BauhausesWalter Gropius, bittet um die vorzeitige Entlassung aus seinem Amt. Er begründet diesen Schritt mit seinem verstärkten Engagement für neuere Bauvorhaben. Nachfolger von Gropius wird der Schweizer Architekt Hannes Meyer .
  • René Magritte: Der bedrohte Mörder
  • Ernst Barlach: Güströwer Ehrenmal

 

1928

  • Tarsilia do Amaral: Abaporu
  • André Breton veröffentlicht Le Surréalisme et la Peinture
  • Johannes Brinkmann und L.C. van der Vlugt, Tabakfabrik Van Nelle, Rotterdam

1929

  • Piet Mondrian: Foxtrot B
  • Charles Sheeler: Oberdeck
  • Das Museum of Modern Art in New York wird eröffnet

Quellen:
Edward Lucie Smith, Bildende Kunst im 20. Jahrhundert, Köln: Könemann, 1999
Frederic Wilner: Nachbarschaftsgeschichten. Vierteilige Doku-Reihe. Iliade Pruduction, Frankreich, 2015
http://www.was-war-wann.de
http://www.dhm.de/lemo/jahreschronik/

 

Vidulus – unser Zeitreisekoffer

Bei perfektem Herbst Wetter nahmen beim Open Door Mödling am 15.10.2016 fünf mutige Zeitreisende an unserem Programm „Vidulus“ teil.

Es galt vom Jahr 2016 zurück in die Epoche 1926–1936 zu reisen. Dafür mussten verschiedene spannende Aufgaben gelöst werden, um einen Zeitsprung von 10 Jahren überwinden zu dürfen. Jeder Zeitsprung wurde musikalisch untermalt, selbstverständlich von einem der jeweiligen Zeit entsprechendem Hit. Die Aufgaben und Spiele entstammen der Zielzeit der 1920-er und 1930-er Jahre. Schließlich musste man sich üben, in der Vergangenheit so wenig wie möglich aufzufallen und daher Gewohnheiten aus 2016 ablegen. Am Ende wartete der Zeitreisekoffer „Vidulus“, prall gefüllt mit allerlei Originalobjekten.


Open Door 2016 – Rückblick

Auch dieses Jahr nahm der KUM-Verein wieder am Open Door-Event der Stadtgemeinde Mödling teil. Im Hof der Geschichten wurde ein Herbst-Basteltisch geboten. Kastanien, bunte Bänder, Rindenschiffchen und Blätter warteten darauf, von kreativen Kinderhänden zu Naturspielzeug geformt zu werden. Zur Stärkung gab es heißen Tee und Kuchen. Ab 15:30h fand das einstündige Zeitreiseprogramm „Vidulus“ statt, welches den 1920–30-er Jahren gewidmet war. Ab 18h ließen wir beim Chill-Out den Tag gemütlich bei Gulasch und Feuerkorb ausklingen. Als Untermalung spielte ein altes Radio alte Musik während Fotografien aus dem alten Mödling an die Hofwand projiziert wurden.
Noch mehr Fotos gibt es in unserer Facebook-Galerie!


 

Sagenlotterie bei den Mödlinger Literaturtagen

Dieses Jahr finden zwischen 23. und 25. September 2016 erstmals die Mödlinger Kulturtage statt. Im Jahr 2016 liegt das Hauptaugenmerk auf der Literatur. Zahlreiche Verlage, Vereine und einzelne Kulturschaffende wie Autoren und Vermittler beteiligen sich an den Literaturtagen 2016 mit Lesungen, Bücherflohmärkten, Führungen, Workshops und Infoständen.

Selbstverständlich ist auch der KUM-Verein mit einem eigenen Stand vertreten, und wird dabei durch Mona Mayerhofer und Kathi Lößl tatkräftig unterstützt.

Willst Du Mödlinger Sagen näher kennenlernen und auch Wissenswertes über die Schauplätze erfahren? Interessierst Du Dich für Wappen und Zunftzeichen? Möchtest Du Dein eigenens Wappen selbst gestalten? Dann komm vorbei!
Es erwartet Dich eine Bastelstation, eine Sagenlotterie mit Mödlinger Sagen zum Erwürfeln und ein Zunftzeichen-Memory. Wir freuen uns auf Dich!

WO & WANN: Stand des KUM-Vereins am Schrannenplatz, FR 15-18 Uhr und SA & SO 10-18 Uhr. [LR/BC]