Radio Wien

Die Radiosendung am 1. Oktober wurde vom Sprecher folgendermaßen eingeleitet: „Hallo, hallo, hier Radio Wien. Mit dem heutigen Tag beginnen wir den Broadcasting Dienst .“

Die ersten Worte, die sich über den Äther verbreiteten stammten natürlich von Politikern: Bundeskanzler Ignaz Seipel sandte eine Botschaft an den Völkerbund, der Wiener Bürgermeister Karl Seitz ließ Lord Mayor in London schön grüßen. Es folgten Ansprachen von dem Handelsminister, dem Generaldirektor für das Post- und Telegraphenwesen und dem Außenminister, zum Abschluss sprach der erste Präsident der RAVAG.

Und dann endlich: Musik! Staatsopernsängerin Rosette Anday trug einige Arien vor, der Geigenvirtuose Váša Příhoda spielte Franz Schuberts „Ave Maria“ und Burgtheaterschauspieler Georg Reimers trug die Gedichte „Glück“ und „Das Veilchen“ vor.
Um 21 Uhr verabschiedete sich der Sprecher mit den Worten „Die Sendestation Wien macht für heute Schluß. Auf Wiederhören morgen um acht Uhr abends“.

Was die Ravag 1924 sendete:
11.000 Empfänger hatten Empfangslizenzen.
Die Sendezeit betrug pro Monat 113 Stunden.
Folgendes stand auf dem Programm:
52 Stunden leichte Musik
36 Stunden ernste Musik
6 Stunden Oper
2 Stunden Märchen
17 Stunden Verlautbarungen und Sonstiges

Quellen:
Kleindel: Österreich. Daten. Zahlen. Fakten. Salzburg: Andreas& Müller, 2007
Hugo Portisch: Österreich I

Der Sport in den 1920er Jahren

Vielfach vollzog sich eine Entwicklung vom Amateur- zum Profisport. Die Sportler begannen sich zu organisieren, Sport-Promoter machten sich auf die Suche nach neuen Talenten. Sport wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor.

Österreich
In den Zeitungen wurde immer sehr ausführlich über Fußballspiele berichtet und bald wurden die Spiele auch im neuen Medium Radio übertragen. Die RAVAG-Reporter berichteten darüber von Beginn an, 1923 nahm der erste Probesender den Betrieb auf und 1930 gab es bereits 400.000 zahlende Abonnenten. Sportreporter und Sportfotografen waren sehr populär. Pionier der Sportphotographie in Österreich war Lothar Rübelt.

Der Sport und somit auch die Sportler waren so beliebt, dass die Herrenmode sich Anleihen beim Sport nahm, vor allem bei der Golf- und Tennismode.
Durch die Schwimmvereine lernten immer mehr Menschen schwimmen. Auch Bodybuilding gab es, nur hieß dieser Sport damals „Stemmen“.
In den 20er Jahren wurde ein neues Sportgerät erfunden: das Rhönrad. Es bestand aus zwei Reifen, die durch sechs Sprossen miteinander verbunden waren: zwei Spreizsprossen, zwei Griffsprossen und zwei Brettsprossen.

In den 20er Jahren gab es in Österreich sehr schneereiche Winter, vor allem 1924, als auf dem Anninger eine Rodelbahn gebaut wurde, auf der bis 1933 Rennen gefahren wurden.
Schifahren war ein Sport, den man nicht im Verein betrieb. Oft war es möglich vom Haus weg mit den Schiern zu gehen, da die Straßen bei Schneefall nicht geräumt wurden wie heute. Ziele waren der Eichkogel, das Hagenauertal, der Liechtenstein, die Seewiese oder der Gießhübl. Als Schischuhe verwendete man festere Straßenschuhe, in die man hinten ein paar „Tscheanken“ gab, damit die Bindung nicht hinunterrutschte. Wenn auch Mädchen das Schifahren ausprobieren wollten, liehen sie sich die Schi von Freunden und Knickerbocker vom Bruder.

In den USA war Football der prominenteste Sport, Tennis- und Golfmeisterschaften erfreuten sich großer Beliebtheit. Ruderregatten wurden organisiert. Sportveranstaltungen zogen mehr Publikum an als alles andere.

Bademode
Durch die Schwimmvereine lernten immer mehr Menschen schwimmen. Stadtbäder wurden errichtet, Menschen in Badekleidung waren ein vertrautes Bild. Die Bademode erregte vielfach die Gemüter. Die umständlichen, dunklen Badekleider der Damen, ein Relikt aus der Kaiserzeit, wurden durch Badetrikots abgelöst. Der Schnitt wurde recht verwegen, die Damen zeigten wie die Herren ihre Knie. Zudem wurden die Badeanzüge heller und bunter. Ab 1928 kamen in den Vereinigten Staaten die ersten zweiteiligen Badeanzüge auf.

Erstmals traten sehr knappe Badehosen für Männer auf, sogenannte Dreiecksbadehosen, die vielfach als skandalös betrachtet wurden. Ältere und konservativere Herren bevorzugten Herrenbadeanzüge.
Freilich war die neue Bademode nicht überall zu sehen. Ältere Damen und die Vielen, die sich die neuen Modelle nicht leisten konnten, trugen als „Badeanzüge“ so genannte „Turnerhosen“. Das waren schwarze Hosen aus einem Stoff namens „Kloth“ und schwarze Klothschürzen, die mit einer Sicherheitsnadel am Rücken zusammengehalten wurden. Wenn sie im Wasser waren, sahen die Frauen aus, als hingen sie an schwarzen Ballons, weil sich diese Badekleidung so aufblähte. Es gab auch Badeanzüge aus Baumwolle mit einem Röckchen dran, die aber für Viele unerschwinglich waren.
Als Schwimmhilfen verwendete man Petroleumkanister, Schweinsblasen und selbst genähte Schwimmreifen mit einem Einsatz, der mit Schichtseife imprägniert war.

SIEGE – REKORDE – WETTKÄMPFE 1920–1929
1920

  • Der amerikanische Nationalheld George Herman („Babe“) Ruth (1895–1948) wechselt für die bis dahin höchste Ablösesumme im Baseball von 125.000 Dollar von den Boston Red Sox zu den New York Yankees
  • Offizielle Eröffnung der VII. Olympischen Spiele in Antwerpen, die bis zum 12. September dauern. Die Sportler kommen aus 29 Staaten, Vertreter der ehemaligen Mittelmächte sind nicht eingeladen
  • Österreich gewinnt im Fußball gegen Deutschland mit 3:2


1921

    • In Monte Carlo beginnen die ersten olympischen Spiele der Frauen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schließt Frauen weiterhin von den Olympischen Spielen aus
    • In einem als „Boxkampf des Jahrhunderts“ bezeichneten Kampf verteidigt der Amerikaner Jack Dempsey seinen Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen den Franzosen Georges Carpentier vor 120.000 Zuschauern durch einen K. O. in der vierten Runde.
    • In Les Mans wird nach Ende des Ersten Weltkriegs der erste Große Preis des französischen Automobilclubs ausgetragen


1922

    • Die Wienerin Herma Planck-Szabó wird in Stockholm Weltmeisterin im Eiskunstlauf
    • Johnny Weissmüller stellt in Alameda (Kalifornien) in genau 58,6 Sekunden einen neuen Weltrekord über 100 Meter Freistil-Schwimmen auf
    • In Brooksland (USA) findet ein Autorennen statt, das Gegenstand der ersten Sport-Rundfunkreportage wird.
    • In Paris finden die ersten Frauen-Weltspiele der Leichtathletik statt
    • Der finnische Sportler Paavo Nurmi läuft mit 14:35,4 Minuten einen neuen Weltrekord über 5.000 Meter


1923

    • Fritz Kachler (Österreich) wird in Wien zum dritten Mal Weltmeister im Eiskunstlauf, Herma Planck-Szabó zum zweiten Mal
    • Das Wembley-Stadion in London wird mit dem Cupfinale zwischen West Ham United und den Bolton Wanderers eröffnet.
    • In Le Mans findet das erste 24-Stunden-Rennen statt


1924

    • In Chamonix (Frankreich) fand die Internationale Woche des Sports statt, die vom IOC nachträglich (im Jahr 1926) zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärt wurde. Österreich gewinnt 2 Goldmedaillen: Eiskunstlauf der Damen (Herma Planck-Szabó) und Eiskunstlauf der Paare (Helene Engelmann und Alfred Berger) sowie eine Silbermedaille: Eiskunstlauf der Herren (Willy Böckl)
    • Herma Planck-Szabó (Österreich) wird in Oslo zum dritten Mal Weltmeisterin im Eiskunstlauf
    • Helene Engelmann und Alfred Berger (Österreich) werden in Manchester Weltmeister im Eiskunstlauf der Paare
    • In dem Wintersportort Chamonix in Frankreich wurde der Internationale Skiverband gegründet
    • In Paris begannen die VIII. Olympischen Spiele der Neuzeit. Österreich: 3 silber-, 1 Bronzemedaille, alle in Schwerathletik. Federgewicht: 2. Andreas Stadler; Leichtgewicht: 2. Anton Zwerzina; Schwergewicht: 2. Franz Aigner; Halbschwergewicht: 3. Leopold Friedrich
    • Einen friedlichen, einen sportlichen Zweck hatte die sogenannte Hitzeschlacht von Colombes. Dieses Querfeldeinrennen fand innerhalb der VIII. Olympischen Spiele in Paris statt. Nur 15 von 38 Teilnehmern schafften bei 45 Grad Celsius den Zieleinlauf. Der Finne Paavo Nurmi gewann die Goldmedaille.


1925

    • Herma Planck-Szabó (Österreich) wird in Davos zum vierten Mal Weltmeisterin im Eiskunstlauf. Planck-Szábo und Ludwig Wrede (Österreich) werden Weltmeister im Eiskunstlauf der Paare
    • Der amerikanische Sportler Johnny Weissmuller schwimmt mit 2:15,2 Minuten einen neuen Weltrekord über 200 m Freistil
    • Die Mannschaft der USA gewann zum sechsten Mal hintereinander den Tennis-Davis-Cup
    • Den Weltrekord über 400 m Freistil wird von dem schwedischen Schwimmer Arne Borg in Stockholm auf 4:50 min verbessert
    • Gene Tunney gewinnt die Boxweltmeisterschaft in Philadelphia


1926

    • Herma Planck-Szabó (Österreich) wird in Stockholm zum fünften Mal Weltmeisterin im Eiskunstlauf


1927

    • Willy Böckl (Österreich) wird in Davos Weltmeister im Eiskunstlauf
    • Herma Planck-Szábo und Ludwig Wrede (Österreich) werden Weltmeister im Eiskunstlauf der Paare
    • Der Deutsche Max Schmeling wird Europameister im Halbschwergewicht
    • Der amerikanische Sportler Johnny Weissmuller schwimmt mit 10:22,2 min. einen Weltrekord über 800 m Freistil.


1928

    • Tischtennisweltmeister im Herrendoppel werden die Österreicher Liebster und Thum, im Damendoppel Flamm und die Amerikanerin Mednyanszky
    • Die II. Olympischen Winterspiele finden in St. Moritz (Schweiz) statt. Österreich gewinnt 3 Silbermededaillen: Willy Böckl (Eiskunstlauf), Fritzi Burger (Eiskunstlauf), Lilly Scholz und Otto Kaiser (Eiskunstlauf-Paarlauf) und eine Bronzemedaille (Melitta Brunner und Ludwig Wrede im Eiskunst-Paarlauf)
    • Willy Böckl (Österreich) wird in Berlin Weltmeister im Eiskunstlauf
    • Erstes Arlberg-Kandahar-Rennen in St. Anton am Arlberg
    • Auf der Opel-Rennstrecke in Rüsselsheim wird der erste Rennwagen mit Raketenantrieb getestet. Das Auto beschleunigt in acht Sekunden auf 100 km/h
    • In Amsterdam werden die IX. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Unter den knapp 3.000 Teilnehmern sind 288 Frauen, die erstmals auch in der Leichtathletik antreten. Der finnische Langstreckenläufer Paavo Nurmi stellt in drei Läufen in Berlin neue Weltrekorde auf: über 15 km, über 10 Meilen und im Einstundenlauf.
    • Österreich gewinnt 1 Goldmedaille in Schwerathletik (Franz Andrysek, Federgewicht), 1 Silbermedaille (Hans Haas, Leichtgewicht) und eine Bronzemedaille (Leo Losert und Viktor Flesch, Rudern: Doppelzweier)
    • Richard Halliburton durchschwimmt als erster Mensch den Panamakanal in seiner gesamten Länge

    • 1929

        • Lilly Scholz und Otto Kaiser (Österreich) werden in Budapest Weltmeister im Eiskunstlauf der Paare

      Quellen:
      Bienert, Christine: „Die Kolonie war halt das tiefste in Mödling. Des is heut nimmer“. Alltag in der Mödlinger Kolonie seit 1873. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie aus dem Fachgebiet Volkskunde, eingereicht an der Universität Wien, 2006
      Kleindel: Österreich. Daten. Zahlen. Fakten. Salzburg: Andreas& Müller, 2007
      Portisch, Hugo: Österreich I. Die unterschätzte Republik. Wien: Kremayr und Scheriau, 1989
      LEMO – Lebendiges Museum Online
      Was War Wann. Geschichte von oooo bis gestern

Die Welt des Kindes

Die Bekleidung der Arbeiterkinder
Kinder von Arbeitern oder Arbeitslosen waren sehr einfach gekleidet, Kindermode war nur für besser Verdienende erschwinglich. Die Babies wurden in Wickeltücher eingehüllt, leider war es auch durchaus üblich, sie recht eng zu „wickeln“, so, dass sie kaum Bewegungsfreiheit hatten. Kleinkinder trugen eine Art Kittel, den die Mütter meist aus ihren alten Röcken selbst nähten. Diese Kittel wurden sowohl von Mädchen als auch von Buben getragen und an die jüngeren Geschwister weitergegeben. Je älter der Kittel wurde, desto mehr Flicken bekam er. Buben erhielten ihre erste kurze Hose oft erst, wenn sie in die Schule kamen.
Unter den Kitteln und Röcken trugen Kleinkinder, zumindest im Sommer, meist keine Unterwäsche. So sparte man sich einerseits das Waschen, andererseits gewöhnten sich die Kinder so schneller daran, die Toilette, den so genannten „Abort“ zu benutzen.
Sonntags oder zu besonderen Anlässen, wie z.B. bei einem Termin beim Fotografen, zogen Mädchen ihr Sonntagskleid an, während Buben den „zeitlosen“ Matrosenanzug trugen.

Unterhosen trugen die Kinder der Arbeiter, aber auch Bauernkinder erst, wenn sie in die Schule kamen. Diese Unterwäsche wurde aus einem groben Stoff namens „Kloth“ genäht. Praktisch waren so genannte „Schnellfeuerhosen“, das waren Kinderhosen mit herunterklappbarem Hinterteil.
Sowohl Mädchen als auch Buben trugen Strümpfe. Das war auch notwendig, denn Kinder hatten keine langen Hosen. Für Mädchen wäre es ohnehin sehr unschicklich gewesen, überhaupt Hosen zu tragen, sie trugen Röcke oder Kleider. Darüber zogen sie noch eine Schürze, um die Kleidung zu schützen. Außerdem man sollte ihnen ansehen, dass sie auch schon „fleißige Hausfrauen“ waren oder werden sollten.  Die Buben trugen kurze Hosen, erst wenn sie älter wurden oder für besondere Anlässe bekamen sie ihre erste lange Hose oder Knickerbocker geschenkt.

Weil Stoffe und Kleidung teuer waren, erhielten viele Kinder ihre Kleidung meist zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt. Wenn man sich gar keine Kleidung leisten konnte, wurde den Kindern entweder von der Gemeinde oder von gemeinnützigen Vereinen Kleider, Schürzen und Hosen zugeteilt. Aber auch den verschiedenen politischen Parteien war es ein besonderes Anliegen, die Ärmsten der Armen mit Kleidung zu versorgen, nicht zuletzt, weil Wohltätigkeit Wählerstimmen bringen konnte.
Sobald die Kinder in die Pubertät kamen, bekamen sie neue Kleidung: Mädchen erhielten ein neues Kleid und Burschen die erste lange Hose oder den ersten Anzug, wenn sie z.B. 15 Jahre alt wurden oder anlässlich ihrer Firmung bzw. Konfirmation.

Schuhe waren die teuersten Kleidungsstücke und wurden, um sie zu schonen, von armen Kindern nur im Winter getragen. In der Volksschule stellte das meist kein Problem dar, aber, wenn die Kinder in die Bürgerschule kamen, mussten sie dort Schuhe tragen. Dennoch zogen die Kinder die Schuhe zumindest auf dem Heimweg aus, um Sohlen zu sparen.
Wenn man geschickt war und Leder bzw. Leinen zur Verfügung hatte, konnte man seinen Kindern die Schuhe selbst anfertigen.

Schule
Vor allem Kinder, die auf dem Land lebten, hatten oft einen Schulweg, der länger als eine halbe Stunde dauerte und selbstverständlich zu Fuß zu bewältigen war. Die Straße war nicht überall gepflastert. Die Kinder mussten im Sommer oft im Staub oder bei Regen im Schlamm gehen und das nicht selten ohne Schuhe. Denn viele Kinder kamen aus armen Familien. Im Winter konnten manche sogar wochenlang nicht in die Schule gehen, weil sie keine Schuhe oder warme Kleidung hatten.
So wurden Schuhe oftmals nur bis April getragen, um sie vor Abnutzung zu schonen. Sogar wenn die Pfützen noch zugefroren waren, gingen Kinder schon barfuß in die Schule. Der Boden in der Schule war meist mit Öl eingelassen. So mussten sich die Kinder abends die schmutzigen und öligen Füße mit kaltem Brunnenwasser und Schmierseife sauber schrubben.
Manchmal blieb die Schule geschlossen, weil es nicht genug Kohle zum Heizen gab. Es wurden dann statt der Zentralheizung einige Öfen aufgestellt und nur wenige Klassen beheizt. Im Winter 1929 war es besonders kalt und die Schule musste, zur Freude der Kinder, für drei Wochen geschlossen werden.

Schulreformen
Der sozialdemokratische Politiker und Pädagoge Otto Glöckel hatte bereits 1917 ein Schul- und Erziehungsreformprogramm entwickelt. Er forderte die Freiheit der Schule, die Trennung von Kirche und Schule, die Einheitsschule, die Förderung aller Begabungen, die Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lernmittel. Außerdem erstrebte er eine zeitgemäße Gestaltung der Methodik im Sinne einer kindgemäßen Lebens- und Arbeitsschule und die Überwindung der Bürokratie im Schulwesen. Auch die vorgeschriebene Teilnahme am Religionsunterricht wurde abgeschafft. In den 20er Jahren konnte er immer mehr Reformen durchsetzen, besonders in Wien, wo Glöckel jahrelang Stadtschulratspräsident war. Unter seiner Organisation wurde das gesamte Wiener Pflicht-, Mittel- und Fortbildungsschulwesens neugestaltet.
Bundesweit sah das Reichsvolksschulgesetz nach der Volksschule den Besuch der dreijährigen Bürgerschule vor. 1927 wurde das Haupt- und Mittelschulgesetz erlassen, das die Bürgerschule durch die vierjährige Hauptschule ersetzte. Neben den öffentlichen Schulen gab es Schulen, in denen man Schulgeld bezahlen musste.

Kinderspiele
Schon um 1900 gab es vereinzelt wohltätige Organisationen und Arbeitgeber, die Spielplätze finanzierten, um Krankheit und „antisoziales“ Verhalten in der Arbeiterklasse zu bekämpfen. Doch erst die Sozialpolitik des „Roten Wien“ setzte neue Maßstäbe, die den Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendfürsorge legten. Ab 1919 entstanden Kindergärten, Horte und Kinderspielplätze – oft in den Gemeindebauten, die flächendeckend in allen Wiener Bezirken errichtet wurden.
Da viele Menschen in sehr beengten Verhältnissen in kleinen Wohnungen lebten, spielte sich das Leben ihrer Kinder meist auf der Straße ab. Zwar hatte man auch Gärten, aber das waren für gewöhnlich Nutzgärten, die nicht immer genug Platz zum Spielen ließen. Doch immerhin konnte man in so manchem Garten auf Bäume klettern oder in den Büschen „Versteckerl“ spielen.
In kleineren Gemeinden, Kleinstädten und auf dem Land gab es keine Kinderspielplätze. Die meisten Kinder spielten auf der Straße. Dort entzogen sie sich den kontrollierenden Blicken der Eltern und konnten sich frei fühlen. Und sie liefen nicht Gefahr, für irgendwelche Hausarbeiten eingespannt zu werden. Auf der Straße war es für die Kinder in Mödling in den 20er Jahren noch lange nicht so gefährlich wie heute. Automobile gab es noch sehr wenige,. Der Verkehr beschränkte sich meist auf Lieferfahrzeuge wie den Würstelwagen, den Ankerwagen oder den Bierkutscher. Auch der „Mülliwagen“ war nicht so häufig unterwegs wie die Müllabfuhr heute. Das Wichtigste aber war, dass sie sich die Kinder mit anderen Kindern treffen konnten.

Die gemeinsamen Spiele der Kinder waren je nach Geschlecht, Alter oder Wohngegend, verschieden. Spielsachen konnten sich viele nicht leisten, und so gab es eine große Auswahl an Spielen, für die man keine brauchte, z. B.  „Vater, Vater, leih ma d´Scher“, „Nachrennerl“ (=„Fangerl“), „Versteckerl“, „Tempelhupfen“, „Stoff verkaufen“ oder „Vögel verkaufen“.
Mit Reifen von alten Fahrrädern oder Kinderwägen spielte man „Reifentreiben“. Alte Kinderwägen konnte man zu „Rennwägen“, so genannten „Gicks“ umbauen. Zwei Kinder waren die Pferde und eines war der „Jockey“ und schon fand ein Wettrennen statt! Geschickte Väter bastelten ihren Kindern Tretautos aus Gerümpel und Abfallprodukten.

Einen Fußball hatten die Buben immer zu Verfügung, wenn auch als „Fetzenlaberl“. Aus Stoff- oder Lederresten konnte man sich so schon einen ganz passablen Fußball basteln. Große Bereiche der Städte waren noch nicht verbaut, so gab es statt vieler Häuser große Felder und Wiesen, wo die Kinder Völkerball oder Fußball spielen konnten.
Viele Straßen waren nicht an das Kanalnetz angeschlossen und wenn es regnete, lief das Wasser beiderseits der Straße durch die Straßengräben. Dort konnte man ganz wunderbar  mit dem Waschtrog „Schifferl fahren“.
„Aunipecken“ hieß es, wenn man mit Kugeln spielte. Auch „Kugel scheiben“ sagte man dazu. Meist spielten Buben dieses Spiel, aber auch Mädchen konnten sich beteiligen. Die Kugeln (Murmeln) gab es in verschiedenen Qualitäten und so hatten sie unterschiedlichen Tauschwert. „Lahmbatzn“ hießen die Kugeln aus Ton. Eine metallene Kugel z.B  „kostete“ 50 Tonkugeln,  eine Glaskugel konnte man gegen 25 Tonkugeln tauschen. Die Kugeln wurden in einem alten Strumpf aufbewahrt. Die Spielregeln wurden von den älteren Kindern an die jüngeren weitergegeben.

Zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekamen die Kinder einfache Spielsachen geschenkt wie z.B. Wolferl, Diabolo, Jojo oder Bälle. Das „Wolferl“ oder „Stoßbudl“ war eine Art kleiner Flipper aus Holz.
Kinder des so genannten „Mittelstandes“, deren Väter z. B. Beamte oder Lehrer waren, hatten teurere Spielsachen wie Schaukelpferde, Tretautos oder sogar echte Eislaufschuhe oder eine Rodel. Wer sich keine Eislaufschuhe leisten konnte, verwendete so genannte „Schraubendampfer“. Eislaufen konnte man auf den zugefrorenen Teichen oder Sumpfwiesen.
Aber selbst Kinder, die keine Schuhe hatten, spielten im Schnee, indem sie sich die Füße mit Gamaschen umwickelten. Zu Hause wurden die Füße dann in eiskaltes Wasser gesteckt.
Gerne spielten die Kinder, v. a. die Buben, auch „Räuber und Gendarm“. Oder sie kletterten auf Felsen herum, wie dem Teufelsfelsen am Schwarzen Turm. Das war natürlich nicht ungefährlich, aber da die Kinder gewohnt waren, sich von klein auf im Freien zu bewegen, waren sie schon geübt, sehr geschickt und hatten auch weniger Angst.

Generell wurden Mädchen dazu angehalten, lieber mit den Puppen zu spielen und nicht so wild zu sein und auf Bäume oder Felsen zu klettern wie die Buben.
Für Mädchen gab es Puppen, manche sogar aus echtem Porzellan, andere aus Fetzen, aber auch Puppenwagen und Puppenhäuser.
Kartenspiele wie Quartett und schwarzer Peter sowie Brettspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“ spielten Mädchen und Buben gerne.
Für Kinder, die gerne lasen, gab es eine große Auswahl an Kinderbüchern und Kinderzeitschriften.

Quellen:
Bienert, Christine: „Die Kolonie war halt das tiefste in Mödling. Des is heut nimmer“. Alltag in der Mödlinger Kolonie seit 1873. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie aus dem Fachgebiet Volkskunde, eingereicht an der Universität Wien,  2006
Portisch, Hugo: Österreich I. Die unterschätzte Republik. Wien: Kremayr und Scheriau, 1989
Wien Geschichte Wiki: Spielplätze

Zu hause

Wohnen
Die Mietzinse für die neu umgebauten Arbeiterwohnungen in Mödling betrugen 1925 monatlich 74.000 Kronen (Obergeschoß) und 84.000 Kronen (Erdgeschoß). 1927 waren es monatlich 8 Schilling (Obergeschoß) und 9,50 Schilling (Erdgeschoß).
Für ein Zimmer in Wien musste man 1927 zwischen 40 Schilling (halbdunkles Zimmer mit Fenster zum Gang) und 70 Schilling im Monat bezahlen.

DER HAUSHALT
Waschtag
Für Menschen, die es gewohnt sind, die Wäsche ihren Waschmaschinen anzuvertrauen, ist es kaum vorstellbar wie mühevoll und langwierig das Wäschewaschen früher war. Es war Schwerarbeit für Frauen, denn sie waren für die Wäsche zuständig.
Zunächst wurde am Tag vor dem Waschtag die Wäsche eingeweicht. Dazu musste man zunächst Wasser aus einem Brunnen holen und in einen großen Bottich füllen. Dann Soda bzw. Henko (ein Einweich- und Enthärtungsmittel) dazugeben und einweichen lassen.
Am Waschtag musste man wieder Wasser holen, es in ein großes Gefäß, einen „Häfen“ füllen und auf dem Herd erwärmen.  Dann wurde die eingeweichte Wäsche aus dem Bottich herausgehoben und ausgewunden. Danach musste man die Wäschestücke in den Häfen heben und kochen. Anschließend gab man die gekochte und heiße Wäsche in einen Waschtrog. Dort wurde sie eingeseift und mit Soda oder Schichtseife gebürstet und danach ausgewunden. Dann brauchte man wieder frisches Wasser um die Wäsche mehrmals zu schwemmen und anschließend wieder auszuwinden.
Zum Trocknen wurden im Garten oder Hof Schnüre gespannt, auf die die Wäsche gehängt wurde. Wenn sie getrocknet war, wurde sie abgenommen, gespannt und gebügelt.
So ein Waschtag dauerte mehr als zwölf Stunden und oft mussten die Frauen schon um vier Uhr morgens aufstehen, um genug Zeit zu haben.  Größere Kinder mussten auch mithelfen.
Dennoch gab es ab Ende der Zwanzigerjahre einige Erleichterungen.  In den Gärten wurden so manche Schuppen zu Waschküchen umgebaut, die Waschmittel wurden wirkungsvoller und in immer mehr Wohnungen gab es fließendes Wasser.
Zum Bügeln verwendete man ein Holkohleneisen oder ein Stageleisen. Das Holzkohleneisen war zum Aufklappen und man füllte Holzkohle hinein. Damit die Kohle die richtige Temperatur beibehielt musste man ständig „wacheln“, also Luft zufächeln. Das Stageleisen hatte einen „Stagel“ einen abnehmbaren Teil, den man in den Ofen gelegt hat, bis er geglüht hat. Und dann wurde der Stagel in das Bügeleisen gegeben. Als Unterlage wurden Tische verwendet, Bügelbretter gab es nicht.

Körperpflege
Die täglichen Reinigung fand im „Lavoir“ statt, einem großen emailierten Waschtrog. Das Wasser dafür wurde vom Brunnen geholt und auf dem Herd erwärmt. Wichtig war es vor allem, sich das Gesicht und die Füße zu waschen.
Das tägliche Zähneputzen wurde propagiert und von den Schulen und Gemeinden gefördert. Dafür wurden Schulzahnkliniken eingerichtet und Zahnhygieneunterricht erteilt.
Die Zahnputzmittel wurden besser und die Zahnpasta- Hersteller gaben Anweisungen, wie ihre Produkte anzuwenden waren.
Einmal in der Woche gab es einen Badetag. Dabei diente der Waschtrog als Badewanne und wieder mussten mehrere Kübel voll Wasser vom Brunnen geholt und auf dem Herd erwärmt werden.  Zumeist wurde in der Küche gebadet, im Sommer auch im Hof oder Garten.  Wenn das Badewasser bereitstand, konnte der Badespaß beginnen: zuerst kamen die Mädchen in die Wanne, dann die Buben. Alternativ konnte man eine Zinkbadewanne verwenden, die oftmals in der Waschküche aufgehängt war.
Nach dem Baden wurde der Waschtrog auf zwei Sessel gestellt und das Wasser in Eimer abgelassen und in den Garten getragen. Wenn man im Sommer draußen oder in der Waschküche baden konnte, war das schon eine Erleichterung, weil das mühevolle Wasser-Entsorgen entfiel. Das Haarewaschen konnte, besonders bei Mädchen wegen ihrer langen Haare, ziemlich mühsam sein.

Abwasch
Um das schmutzige Geschirr kümmerten sich die Frauen und Mädchen. In vielen Häusern oder Wohnungen gab es kein fließendes Wasser und so musste man sich seinen Wasservorrat von dem nächstliegenden Wasserhahn mit Becken, der sogenannten „Bassena“ holen. Die war oft in einem anderen Gebäude oder auch nur im Erdgeschoß, Garten oder Hof und so hatte man die Wasserkannen oder Kübel oft von weit her zu holen. Das Wasserholen war eine Tätigkeit, die man gern die Kinder verrichten ließ. Wenn man das Wasser dann mehrere Stockwerke hinauf geschleppt hatte, wurden die Wasserkannen auf ihren Platz in der Küche gestellt. Dort befand sich ein „Wasserbankel“, eine Holzbank, auf die man die Wasserkannen und ein „Schaffel“ stellen konnte. Es gab auch schon Abwaschhilfen wie Soda, Spülmittel oder Scheuerpulver namens „ATA“ oder „IMI“. Manchmal verwendete man auch zwei Schaffel, eines zum Abwaschen und eines zum Ausschwemmen. Das schmutzige Wasser wurde zur Toilette transportiert und dort ausgeleert, oder aber man schüttete es in den Hof. Das saubere Geschirr konnte man mit einem Tüchlein, dem „Hangerl“ zugedeckt, im  Schaffel trocknen lassen .
Alternativ konnte das Geschirr auch draußen in der Waschküche abgewaschen worden.  Dazu wurde es im Schaffel transportiert.

Quelle:
Bienert, Christine: „Die Kolonie war halt das tiefste in Mödling. Des is heut nimmer“. Alltag in der Mödlinger Kolonie seit 1873. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie aus dem Fachgebiet Volkskunde, eingereicht an der Universität Wien, 2006

Kinofilm

Die Stummfilmzeit – in Bezug auf abendfüllende Spielfilme – umfasste die Jahre 1913 bis 1927. Der Begriff Stummfilm wurde erst Ende der 20er Jahre mit Aufkommen des Tonfilms geprägt, um Filme ohne und mit Ton voneinander abzugrenzen. Davor sprach man einfach vom Film oder Kinofilm. Die Bezeichnung Stummfilm ist irreführend, denn der Film war auch ohne Tonspur alles andere als „stumm“. In den 20er Jahren befand sich der Film in seiner Blütezeit.

Musik
Während der Filmvorführungen wurden die Filme von Live-Musik begleitet, entweder von einem Klavier oder einem Kammermusik-Ensemble. Es gab auch Kino-Orgeln. Sogar das billigste Kino leistete sich meist einen Klavierspieler und einen Geiger. Immer besser werdende Filme forderten auch ein „Aufrüsten“ bei der Musikbegleitung, sodass eben auch größere Ensembles eingesetzt wurden. Oft beruhte der Ruf eines Lichtspielhauses auf seinem Orchester, manche Menschen gingen sogar wegen der Musik ins Kino. Ein gutes Orchester konnte schließlich selbst den langweiligsten Film erträglich machen. Es gab sogar Filme, für die eigens Musik komponiert wurde. Gerne bediente man sich z.B. auch der Werke von Grieg, Schubert und Weber.
Die Kino-Orgeln waren eine kostengünstigere Variante, weil sie ein Orchester ersetzen konnten. Außerdem konnte man mit ihnen zusätzlich Effekte erzeugen wie Donner, Schüsse oder den Pfiff einer Lokomotive.
Es gab aber auch Geräuschemacher, die hinter der Leinwand standen und etwa das Klappern von Hufen oder Pistolenschüsse simulierten.

Farbe
Stummfilme waren nicht nur schwarz-weiß. Verschiedenartige Szenen wurden auf dem Filmstreifen mit diversen Farbtönen eingefärbt, eine Technik, die man Virage nennt. Normale Tagesaufnahmen erhielten die Farbe Orange, Feuer-Szenen waren rot, Szenen am frühen Morgen goldfarben. Es gab eine weite Palette an Farbtönen für verschiedene Situationen, beispielsweise pfirsichfarben für Kerzenlicht oder Sonnenuntergänge. Nachtszenen wurden blau viragiert.

Ausdruck
Das wichtigste Ausdruckselement des Filmschauspielers im Stummfilm war seine Körpersprache und Gebärdensprache. Während aber in den Filmen der Zehnerjahre die Schauspieler sich oft mit übertriebenen Gesten artikulierten, bildete sich in den Zwanzigern eine modernere Art der Körpersprache heraus. Die Schauspieler entwickelten intuitiv eine natürliche Spielweise, die authentischer wirkte.

Zwischentitel
Zu guter Letzt wurden auch Textsequenzen in die Filme eingefügt, so genannte Zwischentitel. Dies war stellenweise notwendig, damit das Publikum der Handlung folgen konnte. Gut formulierte Zwischentitel an der richtigen Stelle einzufügen und sie optisch anzugleichen war eine wahre Kunst. Technisch wäre es zwar auch möglich gewesen, den Text – wie heutige Untertitel – in die Szenen einzublenden, das war allerdings sehr aufwändig, weil die Szenen noch einmal kopiert und dann noch einkopiert hätten werden müssen. Man machte das nur bei besonders wichtigen und spannenden Szenen, in denen der Bewegungsfluss nicht gestört werde durfte.

Filmgenres
Neben den Monumentalfilmen prägten vor allem von der Literatur der Romantik inspirierte dunkle und märchenhafte Sujets die Filme der 20er Jahre, vor allem Filme des deutschen Filmexpressionismus, wie etwa Das Kabinett des Dr. Caligari (1919, Regie: Robert Wiene), Der Golem (1919, Regie: Paul Wegener und Carl Boese), Nosferatu (1922, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau) oder Metropolis (1926, Fritz Lang)

Darüber hinaus war die Vielfalt der Filmgenres breit gefächert in Agenten- und Kriminalfilme, Liebes- und Gesellschaftsdramen, Komödien und Berg- und Actionfilme.
In den späteren 20er Jahren setzte sich die Neue Sachlichkeit beim Film durch, Dramaturgie und Spielstil änderten sich. Am Ende dieser Entwicklung wurde 1929 Vagabund von Fritz Weiß gedreht, der als Experiment angesehen werden kann, bei dem sich dokumentarische Szenen mit inszenierten abwechseln (Produktion: Firma Neuer Film).

Quellen:
Kevin Brownlow: Pioniere des Films. Vom Stummfilm bis Hollywood. Basel: Stroemfeld, 1997
Béla Balázs: Der sichtbare Mensch oder die Kultur des Films. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2001 (Ersterscheinung 1924 im Deutsch-Österreichischen Verlag)

Open Door Mödling 2016

Am Samstag 15. Oktober 2016 öffnet KUM seine Tore

Wie haben unsere Ur- und Ururgroßeltern ihre Freizeit verbracht? Hatten Sie überhaupt Freizeit? Oder Hobbies? Was haben sie gespielt, als es keine Spielplätze gab in einer Welt ohne Computer und Smartphones? Wir laden Kinder und Erwachsene ein, die Kinderwelt der Zwanziger und Dreißiger Jahre mit uns zu entdecken und einige Spiele von damals auszuprobieren. Bei uns im Hof der Geschichten, in dem schon vor hundert Jahren Kinder gespielt haben und Menschen zusammengekommen sind.
ab 15.30h Herbst- Basteltisch
16.30–17.30h Zeitreiseprogramm „Vidulus“
ab 18h Chill-Out mit heißem Tee, Gulasch und alten Fotografien aus Mödling

  Wir freuen uns auf Euch!


KUM @Literaturtage Mödling

Der KUM-Verein hat bei den Literaturtagen Mödling mitgemacht, welche dieses Jahr erstmals auf Initiative von Kulturstadträtin Karin Wessely stattfanden. Drei Tage lang waren wir mit einem eigenen Stand am Schrannenplatz vertreten und durften uns über regen Besucherandrang freuen. Kein Wunder bei diesem reichen Angebot:
Bei der Sagenlotterie entschied das Würfellos welche Sage von unserer Erzählerin vorgetragen wurde. Für unsere Wappenfans zeichneten unsere Grafikerinnen live Vorlagen, die dann bunt ausgemalt werden wollten. Die Begeisterung war so groß, dass manche geduldig auf einen freien „Malplatz“ warten mussten. Manche Kinder konnten sogar als Stammkunden gewonnen werden. So beispielsweise unsere beiden Fans Sebastian und Jakob, die samstags 6 Stunden und sonntags 4 Stunden Wappen koloriert haben. Während der drei Tage wurden insgesamt 450 Papierblätter im A3-Format „vermalt“. Neben historischen Wappen wurde der Phantasie freien Lauf gelassen und Wappen mit Maulwürfen, Einhörnern und Kätzchen designt.
Wissen und Kombinationsgabe waren bei unserem Zunftsmemory gefragt. Es galt jedem Handwerk das richtige Zunftzeichen zuzuordnen. Gar nicht so leicht, wie ich selbst feststellen musste 😉
Rätselfans erhielten bei uns die Panthi-Rätselrallye. Ausgestattet mit Smartphone konnte man gemeinsam mit dem eigens für Kinder kreierten Audioguide auf den Spuren des Mödlinger Wappentieres Panthi wandeln. War der Bogen richtig ausgefüllt, so durfte man seinen eigenen Panthi mit nachhause nehmen.
Insgesamt waren die Mödlinger Kulturtage ein voller Erfolg. Wir danken der Kulturstadträtin Karin Wessely, dass wir Teil dieser einmaligen Veranstaltung waren und hoffen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.


Sagenlotterie bei den Mödlinger Literaturtagen

Dieses Jahr finden zwischen 23. und 25. September 2016 erstmals die Mödlinger Kulturtage statt. Im Jahr 2016 liegt das Hauptaugenmerk auf der Literatur. Zahlreiche Verlage, Vereine und einzelne Kulturschaffende wie Autoren und Vermittler beteiligen sich an den Literaturtagen 2016 mit Lesungen, Bücherflohmärkten, Führungen, Workshops und Infoständen.

Selbstverständlich ist auch der KUM-Verein mit einem eigenen Stand vertreten, und wird dabei durch Mona Mayerhofer und Kathi Lößl tatkräftig unterstützt.

Willst Du Mödlinger Sagen näher kennenlernen und auch Wissenswertes über die Schauplätze erfahren? Interessierst Du Dich für Wappen und Zunftzeichen? Möchtest Du Dein eigenens Wappen selbst gestalten? Dann komm vorbei!
Es erwartet Dich eine Bastelstation, eine Sagenlotterie mit Mödlinger Sagen zum Erwürfeln und ein Zunftzeichen-Memory. Wir freuen uns auf Dich!

WO & WANN: Stand des KUM-Vereins am Schrannenplatz, FR 15-18 Uhr und SA & SO 10-18 Uhr. [LR/BC]

Veranstaltung: Mödlinger Sagen

In Kooperation mit dem Buch-Theater findet am 21.05.2016 um 16:00 im KUM- Hof ein interaktiver Mödlinger Sagenspaziergang statt.
Als Sagenerzälerin fungiert Danielle – Elfaye, Christian Matzner vom Museum Mödling bringt einige interessante Gemälde mit und erzählt Wissenswertes zu den Hintergründen der Sagen.
Die neunmalkluge Eule (gespielt von Ruth Lößl)  führt durch das Programm und stellt Quizfragen ans Publikum. Untermalt wird das Programm musikalisch von Lucia Gärber und graphisch begleitet von Mona Mayerhofer.
Marina Gschmeidler und Ruth Lößl haben den dramaturgischen Bogen gespannt.
Freut euch auf einen sagenhaften Nachmittag!

Audioguide für Mödling

Schon lange bestand seitens der Stadt Mödling der Wunsch nach einem Audioguide, welcher die historischen Stätten  für Kinder lebendig werden lässt. Marina Gschmeidler und Ruth Lößl haben sich voller Begeisterung in dieses Abenteuer gestürzt. Derzeit sitzen sie in einem Meer von Büchern über Historisches und Sagenhaftes und basteln an Stationen wie Einleitung, Beethovenhaus, Pestsäule, Rathaus, Stadttheater  und St. Othmarskirche. Um die Stadtgeschichte möglichst kindgerecht zu vermitteln wurde das Wappentier Panthi als Erzähler eingesetzt. Panthi verfügt nämlich als mystisches Wesen über die Gabe mit Hilfe von Zeitsprüngen die Zuhörer in frühere Zeiten zu versetzen. Viel Vorarbeit und Zusammenarbeit mit Panthi ist noch nötig, um die großen und kleinen Besucher Mödlings auf eine Zeitreise mitnehmen zu können. Daher wird die voraussichtliche Veröffentlichung des Audioguides bei den Mödlinger Literaturtagen im September 2016 stattfinden. [LR/GM/BC]