Liane Haid 1895–2000

Liane Haid wurde im Jahr als Tochter eines Musikalienhändlers in Wien Alsergrund geboren. Sie machte eine Ausbildung als Tänzerin und stand schon als Kind auf der Bühne der Hofoper. Als die erste Wiener Filmgesellschaft, die Wiener Kunstfilm, gegründet wurde, wirkte Haid, die großes Interesse für dieses neue Medium hatte, von Beginn mit und spielte von 1915–1918 bereits in 18 Filmen.
1923 heiratete sie den Baron Fritz von Haymerle, der ihr eine eigene Filmfirma, die Micco-Film schenkte.
Ihren großen Durchbruch hatte Liane Haid als Protagonistin und Partnerin von Conrad Veidt in Richard Oswalds Historienfilm Lady Hamilton im Jahr 1921. 1922 spielte sie mit Veidt sowie Albert Bassermann und Adele Sandrock in Lucrezia Borgia. Es folgten Liebesfeuer (1925) und Die Brüder Schellenberg (1926) sowie Die Csardasfürstin (1927).

Den Übergang von Stumm- auf Tonfilm konnte Liane Haid bravourös meistern und wirkte in über 30 Tonfilmen mit. Im Jahr 1930 machte sie Robert Stolzs Lied Adieu, mein kleiner Gardeoffizier an der Seite von Willi Forst in Das Lied ist aus zum unvergessenen Schlager. Liane Haid und Willi Forst wurden zu einem der beliebtesten Filmpaare.
In den 30er Jahren drehte sie noch einige Filme in Österreich (Ungeküßt soll man nicht schlafen gehen, 1936 und Peter im Schnee, 1937) und England (Whom The Gods Love, 1936). In den 1940ern flüchtete sie mit ihrem Sohn in die Schweiz und heiratete dort den Schweizer Arzt Carl Spycher, den sie jahrelang auf seine Reise in die Tropen begleitete. Ein Comeback in den 50er Jahren scheiterte. 1992 erhielt sie den Deutschen Filmpreis und den Wiener Rosenhügelpreis. Liane Haid verstarb mit 105 Jahren in der Schweiz. Sie verkörperte den Typus des natürlichen, feschen und unkomplizierten Wiener Mädels.

Quellen:
Film Zeit, Liane Haid
Wien Geschichte Wiki, Liane Haid
Wikipedia, Liane Haid