Mode

Schuhmode
Auch die Schuhmode brachte viel Neues mit sich. Dadurch, dass die Kleider kürzer wurden, fielen die Schuhe auf besondere Weise auf. Hohe Absätze und Riemchen zierten Schuhe aus Materialien wie Schlangen- oder Krokodilleder sowie Samt und Satin. Straß, Perlen sowie Gold- und Siberapplikationen rückten die neuen Modell in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Zu Abendkleidern, die übrigens wiederum durchaus feminin waren, trugen die Damen gerne Sandalen mit hohen Absätzen. Auch Pumps mit T-förmigen Riemchen, Spangenpumps oder Pumps mit Knöchelriemen hatten hohe Absätze. Zehenfreie Sandalen kamen auf und rot- und orangefarbene Nägel machten die Zehen zu einem besonderen Blickfang.
Außerdem erfreuten sich funktionale und bequeme Schuhe wie Schnürschuhe mit soliden Absätzen und Oxford- Halbschuhe mit mittelhohen großer Beliebtheit. Ab Mitte der 20er waren Pumps mit hohem Schaft und Stiefeletten zum Knöpfen oder Schnüren in Mode.

Das Makeup
In den frühen 20er Jahren verwendeten die Damen zur Mattierung des Gesichts meist creme- oder elfenbeinfarbene Gesichtspuder. Ab der Mitte der 20er griff man auf Töne zurück, die eher dem Naturfarbton entsprachen oder nur eine Spur heller waren. Das Wagenrouge war zunächst rosé oder himbeerfarben, später aber auch orange.
Die Lippen schminkte man dunkelrot, rotbraun, pflaume und orange, gegen Ende der 20er auch rosé, himbeerfarben und mittelrot. Dabei wurden die Lippen folgendermaßen übermalt:  in der Breite etwas verschmälert, dafür aber überhöht, sozusagen wie ein Kussmund geformt.
Beim Augenmakeup dominierten dunkle Farbtöne. Das ganze Auge wurde mit einem schwarzen Stift umrandet und die Ränder leicht verwischt. Der Lidschatten war dunkelgrau, türkis oder grün. Die Wimpern wurden schwarz getuscht. Die Augenbraunen waren dünn und nach unten gezogen, man verwendete dafür einen dunklen Augenstift.
Die Fingernägel wurden nur in der Mitte lackiert, der Halbmond und die Nagelspitzen blieben unlackiert.

Kindermode
Die Kleider der Mädchen wurden ebenfalls kürzer. Sie waren knielang gefertigt und aus zartem Stoff. Die Farbe Weiß war überall zu sehen, ebenso wurden auch Stoffe mit Blumen verarbeitet. Mädchen zogen statt der schwarzen Strümpfe nun weiße Socken oder Strümpfe an. Die Buben trugen lange Hosen, deren Stoff ebenfalls nicht mehr so schwer und dunkel war wie in den Anfängen des Jahrhunderts. Aus den Matrosen ähnlichen Jacken wurden schicke Blazer und Jacketts in meist hellen, freundlichen Farben.

Strickmode
In den 20er Jahren wurde das Stricken neu entdeckt. Man trug gerne Pullover mit V-Ausschnitt oder Rollkragen, einfarbig oder gemustert. Gestrickte Kleidung hat einerseits den Vorteil, dass sie nicht gebügelt werden muss, anderseits kann man die Kleidungsstücke, wenn sie nicht mehr passen oder fehlerhaft sind, auftrennen und die Wolle neu verwenden.
Wer sich oder seinen Kindern keinen teuren Mantel kaufen konnte, strickte der Tochter eine Weste oder einen Pullover und dem Sohn eine Jacke. Notfalls konnte man auch mehrere Strickjacken oder Pullover übereinander tragen.

Bademode
Die Bademode der 20er Jahre erregte vielfach die Gemüter. Zunächst löste das moderne Badetrikot die umständlichen, dunklen Badekleider der Monarchie ab. Der Schnitt wurde recht verwegen, die Damen zeigten wie die Herren ihre Knie. Zudem wurden die Badeanzüge heller und bunter. Ab 1928 kamen in den Vereinigten Staaten die ersten zweiteiligen Badeanzüge auf.
Erstmals traten sehr knappe Badehosen für Männer auf, sogenannte Dreiecksbadehosen, die vielfach als skandalös betrachtet wurden. Ältere und konservativere Herren bevorzugten Herrenbadeanzüge.

Quellen:
Bienert, Christine: „Die Kolonie war halt das tiefste in Mödling. Des is´ heut nimmer“. Alltag in der Mödlinger Kolonie seit 1873. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie aus dem Fachgebiet Volkskunde, eingereicht an der Universität Wien, 2006
Mode der 20er Jahre. Mode, Styles und Trends: Die Mode der 1920er Jahre
Wikipedia: Goldene Zwanziger
Was War Wann. Geschichte von 0000 bis gestern: Die Mode der 20er Jahre Kleidchen – Hängekleidchen passend zum Charleston
Wikipedia: Badebekleidung
Makeup Museum
Glamour Daze: The History of 1920s Makeup