Radio Wien

Die Radiosendung am 1. Oktober wurde vom Sprecher folgendermaßen eingeleitet: „Hallo, hallo, hier Radio Wien. Mit dem heutigen Tag beginnen wir den Broadcasting Dienst .“

Die ersten Worte, die sich über den Äther verbreiteten stammten natürlich von Politikern: Bundeskanzler Ignaz Seipel sandte eine Botschaft an den Völkerbund, der Wiener Bürgermeister Karl Seitz ließ Lord Mayor in London schön grüßen. Es folgten Ansprachen von dem Handelsminister, dem Generaldirektor für das Post- und Telegraphenwesen und dem Außenminister, zum Abschluss sprach der erste Präsident der RAVAG.

Und dann endlich: Musik! Staatsopernsängerin Rosette Anday trug einige Arien vor, der Geigenvirtuose Váša Příhoda spielte Franz Schuberts „Ave Maria“ und Burgtheaterschauspieler Georg Reimers trug die Gedichte „Glück“ und „Das Veilchen“ vor.
Um 21 Uhr verabschiedete sich der Sprecher mit den Worten „Die Sendestation Wien macht für heute Schluß. Auf Wiederhören morgen um acht Uhr abends“.

Was die Ravag 1924 sendete:
11.000 Empfänger hatten Empfangslizenzen.
Die Sendezeit betrug pro Monat 113 Stunden.
Folgendes stand auf dem Programm:
52 Stunden leichte Musik
36 Stunden ernste Musik
6 Stunden Oper
2 Stunden Märchen
17 Stunden Verlautbarungen und Sonstiges

Quellen:
Kleindel: Österreich. Daten. Zahlen. Fakten. Salzburg: Andreas& Müller, 2007
Hugo Portisch: Österreich I