Warum die 20er Jahre?

Um zu verstehen, warum wir so sind, wie wir sind, warum wir ein gutes Leben führen können, aber auch um zu verstehen, warum andere Menschen diese Privilegien nicht haben, ist es unumgänglich, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzten. „Ein bisschen mehr verstehen“ lernen, ist wahrscheinlich alles, was eine Ausstellung bieten kann. Und doch ist es sehr viel. Denn jeder, der ein „bisschen mehr versteht“ ist ein wenig stärker gegen Einflussnahmen von außen gewappnet und weniger anfällig, Vorurteile zu übernehmen.

Das Trauma, das der letzte Weltkrieg hinterlassen hat, sitzt tief, so tief, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bis heute nicht leichtfällt. Doch es kommt nicht darauf an, Menschen an den Pranger zu stellen und schuldig zu sprechen, sondern darauf, einen genauen Blick auf die Gesellschaft zu werfen, die diese Menschen hervorgebracht hat. Und die 20er Jahre sind der perfekte Zeitraum dafür. Denn hier werden die Weichen gestellt. Hier kann man sehen, wie sich Menschen an ihrer Hoffnung aufzurichten beginnen und voller Zuversicht imstande sind, ihr Bestes zu geben. Menschen, die vielfach nichts anderes besaßen, als Herz und Verstand und nur mit diesem „Grundkapital“ ausgerüstet trotz der desolaten Umstände, Unglaubliches leisteten. Vielleicht nicht für sich selbst, aber für uns, ihre Enkel, Urenkel, Ururenkel.

Was macht der Krieg aus den Menschen? Wie verändert die Not den Einzelnen? Und was passiert mit einem, wenn letztendlich alle Hoffnungen zerstört sind? Wir hoffen, dass wir mit unserem kleinen Beitrag ein bisschen näher an die Antworten herankommen. Und „ein bisschen mehr verstehen.

The Making-Of
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